10, 9, 8, 7, 6, 5… bereit zum Abflug ins Kölner DLR School Lab?

03 DLR Köln 2014-7aKennen Sie Alexander Gerst? Der Astronaut aus Deutschland war gerade ein halbes Jahr auf der ISS und kehrte kürzlich nach Deutschland zurück, genauer gesagt nach Köln in das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Und genau dies war das Ziel unseres Ausfluges!

Nach einer Einweisung durch den Leiter Dr. Richard Bräucker, der einen Vortrag über den Menschen und das All hielt, begannen wir mit den Experimenten. Jeweils drei Experimente durfte eine Gruppe machen. Es gab fünf Experimente zur Auswahl: Mission to Mars, Gravitationsbiologie, Werkstoffe, Schwerelosigkeit und Infrarotstrahlung. Jede Gruppe machte gleichzeitig ein anderes Experiment.

Die eine Gruppe fing z. B. mit dem Experiment Mission to Mars an. Hierbei lernte man, einen Roboter mit Zeitverzögerung zu steuern. Da man allerdings nur aus der Perspektive des Roboters sehen konnte, war dies sehr kompliziert. Wir mussten ihn so steuern, dass wir in einer dunklen Höhle die Felsen erkennen und aufzeichnen konnten. Wir lernten auch, dass die Signale von der Erde zum Mars 2 bis 35 Minuten brauchen. Deshalb muss man den Roboter so programmieren, dass er möglichst viele Befehle alleine ausführt und selbstständig handeln kann.

Die andere Gruppe fing mit dem Experiment Gravitationsbiologie an und lernte dort, dass Pantoffeltierchen in einem Glas nach oben schwimmen. Dies konnten wir mit Hilfe einer Kamera in einer dunklen Kammer beweisen. Mit Hilfe eines Computers konnte man sehen, in welche Richtung ein oder mehrere Tierchen geschwommen sind. Der Sinn dieses Experimentes war, dass man herausfinden sollte, ob Zellen (Pantoffeltierchen) von der Schwerkraft abhängig leben. Im All hören nämlich manche Zellen auf zu arbeiten. Dies stellt ein großes Problem für die Astronauten dar, denn im All arbeiten die Zellen, die dazu da sind, den Knochen zu regenerieren, nicht mehr. Wieder auf der Erde hat der Astronaut dann große Löcher in den Knochen. Diese schließen sich allerdings nach 3 Monaten, weil die Zellen wieder arbeiten. Sie sterben also nicht im All, sondern "schlafen" nur.

Bei dem Experiment Werkstoffe wurde uns gezeigt, wie hart Stoffe sind und wie man mit Stickstoff arbeitet. Außerdem haben wir noch eine Reihe von Experimenten durchgeführt und eine Liste bearbeitet. Die meisten Aufgaben konnten wir mit einem Fallturm bearbeiten. Am Fallturm ließen wir eine harte und weiche Kugel auf die Stoffe fallen und haben die Ergebnisse in eine Liste eingetragen. Solche Experimente sind wichtig, um festzustellen, aus welchem Material am besten Flugzeuge gebaut werden. Ohne diese wären wir nie so weit mit der Luftfahrt, denn das Flugzeug würde in der Luft zerplatzen, weil das Material den Druck nicht aushält.

In der zweiten Runde begann eine Gruppe mit dem Experiment Schwerelosigkeit, bei dem sie eine Flasche an einem Behälter festgeschraubt, ein Licht und eine Kamera angeschaltet und dies an einem Fallturm befestigt haben. Nach dem Fall konnten wir ermitteln, wie sich die Flasche verhielt. In dem Wasser hatte sich mittig eine Luftblase gesammelt. Das Wasser war während des Falls nach oben geflogen. Es war also schwerelos. Das gleiche Phänomen kann man bei einem Parabelflug beobachten. Dabei fliegt das Flugzeug so schnell nach unten, dass man schneller als die Erdanziehungskraft ist. Deshalb ist man in diesem Moment schwerelos.

Bei dem Experiment Infrarotstrahlung lernten wir, wie ein Wissenschaftler und Musiker vor einigen Jahren die Infrarotstrahlung fand. Dabei diente ihm ein Prisma und Thermometer, denn Infrarotstrahlen sind unsichtbar, aber wärmer als die normalen, sichtbaren Lichtstrahlen, die man durch das Prisma erkennen kann. Wir bekamen eine Infrarotkamera (auch als Wärmebildkamera bekannt), mit der wir experimentierten. Dabei kamen sehr lustige Fotos heraus. Wir gingen außerdem in einen dunklen Raum, der mit einer Infrarotkamera ausgestattet war. Wir konnten nichts sehen, allerdings sah man uns auf der großen Leinwand! Außerdem haben wir festgestellt, dass James Bond auf gar keinen Fall mit einer Infrarotbrille durch Wände sehen konnte. Dies geht nur mit Filmtrickserei.

Zwischen den Experimenten machten wir im "Casino" eine Mittagspause.

Am Ende gab es noch eine Abschlussbesprechung und jeder durfte Kritik und Lob äußern. Zum Abschluss bekam noch jeder eine Urkunde mit seinem Namen und einen DLR Kugelschreiber.

An der Pforte wurde noch ein Foto geschossen und wir machten uns per Bus und Bahn nach Solingen auf. Auf diesem spannenden Ausflug haben uns Frau Schmitz und die Referendarin Frau Jungfleisch begleitet, die ebenfalls sehr begeistert waren.

Doreen Struckmeier, Jaqueline Overbeck und Max Märken, 7a

   
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