Unterrichtsfach Chemie

Chemie –die Wissenschaft mit dem gewissen „Etwas"

chemie

© Les Editions ALBERT-RENÉ, GOSCINNY-UDERZO.

Das Rezept für den Zaubertrank kennen wir leider nicht und Blei in Gold verwandeln können wir auch nicht.

Im Gegenteil: Wir entzaubern Wundermittelchen und Heiltropfen, die in Wirklichkeit keine sind!


Hätte der Leser zum Beispiel in der Werbung für ein Mittel gegen Cellulitis, Falten oder schlaffe Haut im Chemieunterricht aufgepasst, hätte er gewusst, dass der „einzigartige duale Wirkstoffkomplex" – natürlich ohne Nebenwirkungen (logisch...) aus „Acidum Silicicum" und „Calcium Carbonicum" nichts anderes als einfaches Quarzsandmehl und Kalk sind, und er hätte sich sein Geld sparen können. Milch oder Sandkastenspiele hätten die gleiche Wirkung....


Den Tatsachen ins Auge sehen – das kann man nur, wenn man sie kennt!


Deshalb wird Chemie in den Klassen 7, 8, 9 und in der Oberstufe in Grundkursen und ab Jahrgangsstufe Q1 in Kooperation mit dem Gymnasium Vogelsang auch als Leistungskurs unterrichtet, dazu stehen zwei modern eingerichtete Fachräume, die auch aufwendige Schülerversuche erlauben zur, Verfügung.


Im Anfangsunterricht in Klasse 7 suchen wir den ersten Zugang zur Chemie, der sich mit Stoffeigenschaften beschäftigt. Um genau arbeiten zu können müssen die Stoffe gereinigt, und isoliert werden. Dazu lernen wir geeignete Methoden kennen. Auch einfache Grundlagenreaktionen, wie Verbrennungen werden betrachtet.


In Klasse 8 steht als Zentralthema das Periodensystem der Elemente im Mittelpunkt und darauf aufbauend der Bau der Atome und seine Bedeutung für die Entstehung chemischer Verbindungen. Das Experimentieren erfolgt gezielt mit Elementen einzelner Gruppen aus dieser Systematik.


In der 9. Klasse setzen wir uns mit den Eigenschaften von Säuren und Laugen auseinander, lernen, dass sie Gegenspieler sind und sich gegenseitig vernichten. Dabei entstehen so harmlose Stoffe wie Wasser oder Salze. Der erste Einstieg in die Chemie des Kohlenstoffs erfolgt im 2. Halbjahr.


In Jgst. EF folgen dann eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Element Kohlenstoff als Basis für die Organische Chemie, aber auch exemplarisch die Betrachtung eines großtechnischen Prozesses und zeitlichen Abläufen während chemischer Reaktionen.


In Jgst. Q1 wird diese Einführung vertieft und es kommen weitere Stoffgruppen der Organischen Chemie hinzu, z.B. die Alkohole, von denen es sehr viele gibt, auch wenn sie nicht alle genießbar sind. Im zweiten Halbjahr werden dann auch die für die Biologie besonders wichtigen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette behandelt. In den Kurshalbjahren der Jahrgänge Q1 und Q2 sind dann u.a. die genauere Untersuchung von Reaktionsmechanismen, die Geschwindigkeit von Reaktionen und das sogenannte Massenwirkungsgesetz, die energetischen Aspekte von chemischen Reaktionen und die Elektrochemie, also z.B. die Funktionsweise von Batterien, vorgesehen.


Faszinierend an der Chemie ist einerseits, dass wir mit vielen Stoffen (soweit es die Gefahrstoffverordnung zulässt) experimentell umgehen können und dabei die Stoffe zwar mit ihren Eigenschaften beobachten können, dass aber alle Erklärungsversuche auf Eigenschaften von Teilchen, Atomen und Molekülen beruhen, die noch nie ein Mensch - selbst unter dem besten Mikroskop- gesehen hat. Wir müssen uns daher Modelle ausdenken, die die sichtbaren Vorgänge möglichst gut erklären.


Wer im Unterricht aus dieser Fülle chemischer Inhalte zumindest einen Teil mitbekommen hat, wird sich nicht mehr so leicht hereinlegen lassen, wenn mal wieder ein „geniales Wundermittel" angepriesen wird.

   
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