Die Beratung in der Erprobungsstufe

Die Erprobungsstufe bildet pädagogisch wie organisatorisch eine Einheit, die der gezielten Beobachtung, Erprobung und Förderung der Schüler/innen dienen soll, zugleich will sie einführen in die Arbeitsmethoden einer gymnasialen Schullaufbahn, die in 12 Schuljahren mit der Allgemeinen Hochschulreife abschließen soll.

Die Realisierung dieser Aufgaben erfolgt unter Beachtung von drei Schwerpunkten:

  • der besonderen Funktion der Klassenleitung
  • dem Prinzip des „Sanften Übergangs" und
  • der Einführung in Aspekte und Methoden des eigenverantwortlichen Handelns

Die Klassenleitungen unterrichten ein um eine Stunde erweitertes Hauptfach, damit auch der zeitliche Ort gegeben ist, um den besonderen Bedürfnissen der Kinder in der Erprobungsstufe gerecht zu werden. Zusammen mit der Co-Klassenleitung und den Klassenpaten aus der Jahrgangsstufe 8 wird den neuen Fünfern in den ersten beiden Schulwochen Raum und Zeit gegeben, um sich gegenseitig und das gesamte System der neuen Schule kennen zu lernen und den eigenen Raum im Haus des Lernens zu besetzen.

Eine Rallye stellt die wichtigsten Personen im Schulbetrieb vor und hilft, erste Kontaktaufnahmen zu initiieren und organisatorische Anfangsprobleme zu minimieren. Auch ein mit der Polizei durchgeführtes Sicherheitstraining erweitert schnell den Erfahrungshorizont auf die nähere schulische Umgebung und den hier gegebenen Besonderheiten. Durch dieses Begleitprogramm und das abgestimmte Verhalten der Fachlehrer/innen einer Klasse erfolgt nach den Erfahrungen der letzten Jahre sehr schnell eine schrittweise Integration des einzelnen Kindes in den neuen Schulbetrieb.

Die Beratung und Betreuung durch die Klassenleitung, der im ständigen Austausch mit den unterrichtenden Fachlehrern steht, erfolgt durch

  • Gespräche, Hilfestellungen und intensive Beobachtungen des Schülers in seiner neuen Rolle und beim Erwerb neuer Kenntnisse, Fertigkeiten und Interaktionsformen
  • Information und Austausch über den individuellen Leistungsstand des Schülers mit den Eltern und den abgebenden Grundschullehren im Rahmen der Erprobungsstufenkonferenzen

Im Rahmen der flächendeckenden Umsetzung des Konzepts „Lernen lernen" werden Methoden des eigenverantwortlichen Arbeitens eingeübt, über ein in den Klassenbüchern dokumentiertes Controllingsystem in der Breite der Fächer vertieft, und somit auch Themen wie „Gestaltung des Arbeitsplatzes zu Hause und in der Schule", „Heftführung", „Arbeit mit Zeitlimit", „Zusammenarbeit mit anderen" und „Aufstellen von Klassenregeln" in ein sinnstiftendes Gesamtkonzept eingebettet. Hier werden somit sehr schnell Grundlagen gelegt, um themenzentrierte Kommunikation der Kinder zu verbessern und über eigenständiges Arbeiten und adressatenbezogene Präsentation eine solide Ausgangsbasis für die Erweiterung der in der Grundschule angelegten Methodenkompetenz zu schaffen.

   
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