JuniorAkademie 2015

tetraederMeine Zeit bei der JuniorAkademie in Königswinter, vom 22.Juli bis zum 31.Juli 2015 war sehr schön. Ich habe sehr viele tolle, nette Leute kennengelernt, viel Interessantes gelernt und vor allem jede Menge Spaß gehabt. Wir waren insgesamt 54 Teilnehmer/innen und 8 Betreuer, die zwischen 25 und 35 Jahren alt sind und entweder Lehrer sind oder an Universitäten arbeiten. Untergebracht waren wir im Internat der CJD Christopherusschule.


Ich habe den Kurs Mathematik besucht, weil ich mich sehr für Mathematik und Naturwissenschaften interessiere. Ansonsten wurden in Königswinter noch die Kurse Astrophysik und Forensik angeboten.


Aber zunächst der Mathekurs. Hauptsächlich haben wir uns mit Fraktalen beschäftigt, dies sind Gebilde, die es in der euklidischen (also der „normalen") Geometrie nicht gibt. Fraktale sind selbstähnlich, dies bedeutet, dass man immer wieder das Gleiche sieht, wenn man in sie hineinzoomt und die Ausgangsfigur oder zumindest Teile von ihr immer wieder auftreten. Allerdings haben wir uns auch mit anderen Themen, die mehr oder weniger mit den Fraktalen zusammenhingen, beschäftigt, wie zum Beispiel die Rekursion, bei der etwas immer wieder auftritt. Am besten kann man sich dies am Fall der Babuschka vorstellen, bei der man immer wieder die Puppe öffnen kann und mit der nächsten spielen kann, bis es zur Abbruchbedingung, in diesem Fall, dass sich die letzte Puppe nicht öffnen lässt, kommt. Ansonsten kann man sich auch gut ein Bild vorstellen, in dem ein Maler sich immer wieder selbst malt, also immer das gleiche Bild verkleinert erscheint. So einen rekursiven Fall haben wir auch mathematisch berechnet: die Ackermannfunktion, eine dreiseitige Rechnung, bei der am Ende sieben rauskommt. Neben diesen spannenden Themen haben wir noch die Chaostheorie, die hilft Phänomene wie Wetter oder Stau zu erklären, das eng mit ihr verbundene Feigenbaumdiagramm, Grafentheorie, Game of Life, Komplexe Zahlen, Verschlüsselungsverfahren und vieles mehr behandelt. Nebenbei haben wir noch einen riesigen Sierpinski- Tetraeder, ein angefangenes Fraktal bestehend aus 256 kleinen Papiertetraedern, gebastelt.
Die Forensiker hingegen haben tote Hühnchen zunächst in Waschmittel, Nagellackentferner und anderen Dingen gebadet oder sie aus dem Fenster geworfen, in sie hineingestochen etc. und danach in Bäumen aufgehängt, um die Verwesung und vor allem den Madenbefall zu beobachten. Sie probten ein Theaterstück ein, bei dem sie einen Mord aufgeklärt haben. Dabei haben die Zuschauer viel über verschiedene Beweismethoden, wie zum Beispiel die Erstellung eines genetischen Fingerabdrucks erfahren.
Die Astrophysiker erarbeiteten eine Reise durch unser Universum und beschäftigten sich mit vielen interessanten Informationen zu einzelnen Sternen, Planeten usw. Am Tag der Rotation mussten wir den anderen Kursen vorstellen, was wir bisher gemacht haben. Wir bekamen die Möglichkeit die Arecibo- Botschaft zu entschlüsseln. Dabei handelt es sich um eine Botschaft von der Erde an mögliche Außerirdische in der Form eines Radiowellen-Signals, die einmalig am 16.11.1974 als eine Art Werbegag vom Arecibo-Observatorium gesendet wurde. Dies gelang uns mit Unterstützung der „Profis" aus dem Astrokurs auch.
Aber während meiner Zeit bei der JuniorAkademie haben wir natürlich nicht nur „gepaukt", dafür sorgte eine umfangreiches Sport- und Musikprogramm. Schon morgens um 6 Uhr ging es zum freiwilligen Frühsport, mittags war Chorprobe und danach wurden Fotos mit der selbstgebastelten Lochkamera gemacht, ehe am Abend die KüAs (kursübergreifende Angebote) begannen. Diese konnten von allen Teilnehmern, aber auch den Kursleitern angeboten werden und waren- wie der Name schon sagt- kursübergreifend. Von Werwolf spielen, über Spanisch zu Badminton und Orchester wurde eigentlich alles angeboten. Um 23 Uhr war dann Nachtruhe und ein vollgestopfter, aber nie stressig oder nervig, sondern vor allem schöner Tag ging zu Ende. Am letzten Abend führten wir dann noch einstudierte Stücke (Tanz, Cup-Song, Chor, Orchester etc.) den anderen Teilnehmern vor und hatten richtig viel Spaß. Den hatte man übrigens während der gesamten Akademie, sodass der Abschied nach der Abschlussveranstaltung, bei der wir unseren Eltern und hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft (Frau Löhrmann war sogar angereist) zeigten, was wir gemacht hatten und unsere Urkunden bekamen, umso schwerer viel.
Ich habe in den anderthalb Wochen richtig tolle, nette Menschen kennengelernt, die ich nie vergessen werde. Dies gilt übrigens für die gesamte Akademie, einschließlich der zwei Ausflüge zum Drachenfels und ins Arithmeum nach Bonn, wo wir uns die Enigma (Verschlüsselungsmaschine der Nazis) und viele alte Rechenmaschinen angesehen haben.
Ich würde jeder Zeit wieder gerne zur JuniorAkademie gehen und rate es auch jedem, der die Möglichkeit dazu bekommt. Es ist kein Treffen zwischen angeberischen Strebern, obwohl manche schon ab und an ziemlich anstrengend waren (Ausnahmen bestätigen die Regel) und es ist auch kein Problem, wenn man niemanden kennt, den anderen geht es ja auch so und deswegen bilden sich ganz schnell neue Freundschaften, die hoffentlich lange halten.
Dass unser erstes Nachtreffen bereits eine Woche, nachdem wir uns getrennt hatten, stattfand, zeugt wohl davon, dass wir eine super Truppe waren/ sind, was die Kursleiter uns auch mehrfach gesagt haben und wie gut wir uns verstehen. Neben dem offiziellen Nachtreffen im November planen wir nun schon fleißig daran, einen Termin und einen Ort zu finden, an dem wir uns bald wiedersehen können.

C.B.

   
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