Erprobungsstufe

Konzept

 

„Welche Schulform ist für mein Kind richtig und auf welcher weiterführenden Schule fühlt es sich gut aufgehoben?" Diese wichtige Frage stellen sich alle Eltern, deren Kind die Grundschule bald durchlaufen hat. Die Wahl der Schulform wird in der Regel bestimmt durch die Erfahrungen, die in der Grundschulzeit bzgl. Leistungs- und Arbeitsverhalten gesammelt wurden und sich in den Zeugnisnoten und den Grundschulgutachten widerspiegeln. Jedes Jahr erleben wir, wie sich die betroffenen Familien sehr intensiv und verantwortungsbewusst mit der anstehenden Entscheidung auseinandersetzen. Viele nehmen auch die Möglichkeit wahr, vor dem Anmeldetermin ein persönliches Beratungsgespräch mit unserem Schulleiter Herrn Voigt zu führen. Ist die Wahl für eine bestimmt Schulform dann gefallen, so stellen sich sofort weitere wichtige Fragen ein: „Wird sich mein Kind an der neuen Schule wohl fühlen? Wie verkraftet es die Umstellung auf einen großen Schulbetrieb? Findet es bald neue Freunde? Geben ihm die neuen Lehrer und Lehrerinnen die notwendige Orientierung und fasst es schnell Vertrauen zu ihnen? Wird es den Anforderungen der Schule gewachsen sein? Behält es seine Freude am Lernen?"

Diese Sorgen der Eltern nehmen wir sehr ernst und arbeiten nach folgendem Konzept, mit dem Ziel, einen möglichst problemlosen Schulformübergang und einen erfolgreichen Abschluss der Erprobungsstufe zu gewährleisten.

 

Erster Kontakt zum Humboldtgymnasium

 

  • Am „Tag der offenen Tür" stellt sich unsere Schule als Lebensraum von Schülern mit vielfältigen Aktionen vor.
  • Bei einem „Kennenlernnachmittag" vor den Sommerferien wird den „Neuen" die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer vorgestellt und sie nehmen ersten Kontakt zu den zukünftigen Mitschülerinnen und Mitschülern auf.

  

Förderung einer schnellen und angstfreien Integration

 

  • Der von den Eltern bei der Anmeldung formulierte Mitschülerwunsch konnte in den letzten Jahren immer berücksichtigt werden. Nicht nur für die Kinder, die alleine von einer der vielen unterschiedlichen Grundschulen zu uns kommen ist es für die Bildung von Freundschaften hilfreich, dass bei der Zusammensetzung der Klassen darauf geachtet wird, dass die Mitschülerinnen und Mitschüler im schnell erreichbaren Umfeld wohnen.
  • In den Klassen 5 und 6 ist im Stundenplan eine Orientierungsstunde ausgewiesen, in der z.B. die Ausgestaltung der Klasse vorgenommen werden kann um so eine altersgerechte Atmosphäre zu schaffen.
  • Innerhalb eines Patensystems helfen ältere Schülerinnen und Schülern den Neuen, sich schnell einzuleben.
  • Wir haben uns trotz unserer Schulgröße eine familiäre Atmosphäre erhalten. Die Klassen 5 und 6 sind in einem eigenen Gebäudetrakt untergebracht, sodass die Räume schnell vom Schulhof zu erreichen sind, und eine Rallye in der ersten Schulwoche macht die Kinder schnell mit dem Rest der Schule bekannt.
  • Aktivitäten wie Spielnachmittag, Weihnachtsfeier, Wandertage, usw. fördern die Klassengemeinschaft und unterstützen Kontakte innerhalb der Elternschaft.
  • Die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer pflegt einen engen Kontakt mit den Eltern und kann so schnell auf alle Probleme reagieren, die sich Zuhause zeigen.
  • Am Anfang der Klasse 6 findet eine zweitägige Klassenfahrt statt. Dabei nimmt die Klasse an einem erlebnispädagogischen Programm teil, bei dem der Schwerpunkt auf der Stärkung der Klassengemeinschaft liegt.

 

Kennen lernen und Einüben von neuen Arbeitstechniken

 

  • Anknüpfend an die Erfahrungen und Fertigkeiten aus der Grundschule werden im Projekt„Lernen-lernen"neue Arbeitstechniken präsentiert und eingeübt. Dabei wird auch auf mögliche unterschiedliche methodische Kenntnisse der Kinder eingegangen.
  • In unterschiedlichsten Fächern wird durch Freiarbeit, Wochenpläne und Partnerarbeit darauf hingearbeitet, dass ein diszipliniertes selbständiges Arbeiten in sozialer Verantwortung selbstverständlich wird.

 

Klassengemeinschaft und soziale Verantwortung

 

Die Einbettung jedes Kindes in der Klassengemeinschaft ist notwendige Voraussetzung für das Wohlbefinden und eine spannungsfreie Atmosphäre. Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer in der Erprobungsstufe legen Wert auf eine schnelle Integration jedes Kindes. Daher ist es selbstverständlich, dass auftretende Konflikte direkt problematisiert werden, um sie dann in Zusammenarbeit mit den Eltern und den anderen Fachlehrerinnen und Fachlehrern zeitnah zu beheben. Unterstützend wirkt dabei auch das Beratungsteam der Schule. Die Kinder sollen außerdem durch Erlernen bzw. Festigen ihrer Konfliktfähigkeit, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft gegenüber anderen, Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit u.ä.m. befähigt werden, erfolgreich in der Klasse lernen zu können.

 

Einbindung der Eltern

 

Alle Eltern treffen sich mindestens einmal im Schuljahr zu einer Klassenpflegschaftssitzung. Außerdem sieht das Schulmitwirkungsgesetz die Teilnahme an weiteren Gremien, wie Schulkonferenzen, Fachkonferenzen, usw. vor. Wir freuen uns über jede Art der Kooperation, die das Schulleben bietet. Für die erfolgreiche Schullaufbahn des einzelnen Kindes ist es eine notwendige Voraussetzung, dass Lehrerinnen und Lehrer und die betroffenen Eltern zusammenarbeiten, sei es bei der Durchsetzung von Maßnahmen, die das Lern-, Arbeits- bzw. Sozialverhalten verbessern, oder bei der Beobachtung bzgl. der Eignung für die gewählte Schulform. Das gemeinsame Ziel, nämlich das Wohl des Kindes innerhalb der Gemeinschaft, steht dabei immer im Vordergrund.

 

Zusammenarbeit mit den Grundschulen

 

Der stete Austausch der betreuenden Lehrerinnen und Lehrern über den Stand der Klasse wird ergänzt durch regelmäßige Erprobungsstufenkonferenzen. In ihnen wird neben dem Sozial-, Arbeits- und Lernverhalten der Klasse über den Entwicklungsstand eines jeden einzelnen Kindes gesprochen. Die Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen an einer Konferenz, nachdem sich die Kinder eingelebt haben, stellt ein wichtiges Element dar, um die gesamte Entwicklung innerhalb der bisherigen Schulzeit bewerten zu können.

   
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